Blog-O-Quest

Die diesmonatige (ist das ein Neologismus) Blog-O-Quest stammt von Timberwere und richten sich an Spieler, Spielleiter oder beides.

1. Wie ausführlich planst du deine Charaktere, bevor du sie in einer Runde zum ersten Mal spielst?

Sehr ausführlich! Meine Charaktere, zumindest die guten, müssen einfach eine schlüssige Hintergrundgeschichte mitbringen. Das heißt für mich (komplexeren) Motiven für die Handlungen, soziale Verknüpfungen (Freund wie Feind) und auch sonst ein plausibles Gesamtbild. Das muss nicht alles einfach aufgeschrieben werden, mir hilft es aber das ganze etwas mehr zu durchdenken, damit man in den jeweiligen Situationen entsprechend stimmig agieren kann. Gerade wenn es um Grauzonen geht (wie würde der Charakter handeln wenn er zwischen X und Y abwägen müsste) oder die grundlegende Motivation hinterfragt wird (Warum will der Charakter z.B. das Böse besiegen?) wird deutlich ob ein Charakter Tiefe hat und man ihn überzeugend verkörpern kann oder einfach ein 0-8-15 NSC in Spielerhand ist. – Das führt aber auch dazu, das ich mich mehr aufs Rollenspiel einlassen kann und das Erzählte noch mehr miterlebe.

2. Wie hältst du es im Spiel – Unternehmungen wie z.B. Heists oder Shadowruns ausführlich planen oder spontan passieren lassen?

Die Erfahrung zeigt, das man bzw. ich diese Dinge schlecht planen kann. Meine ersten Erfahrungen als SL hatte ich in Shadowrun gesammelt, wobei die Gruppe alternierend geleitet hat. Fast jede Runde wurde ausführlich vorbereitet mit vielen NSCs, Bodenplänen, konkreten Abläufen,… und nach spätestens 30 Minuten musste der SL improvisieren und die Hälfte des Materials kam nicht zum Einsatz, weil die Spieler andere Wege eingeschlagen haben. Und das die Spieler ihren Weg „frei“ gehen können finde ich viel wichtiger als alle Vorbereitung. – Das soll im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass man nichts vorbereiten muss oder kann. Wichtige NSCs, Orte und dergleichen sollten schon im Wesentlichen erfasst werden und einen Handlungsbogen sollte man auch im Kopf haben um eine spannende Geschichte zu erzählen. Ich plane mittlerweile nur nicht mehr so konkret und fasse die wichtigsten Informationen mithilfe eines Entity-Relationship-Modells zusammen. So sehe ich auf einen Blick wie Orte, Personen u.ä. in verbindung stehen und wie ich den Spielern ggf. neue bzw. alternative Wege aufzeigen kann.


3. Planst du manchmal zwischen Spielrunden, was dein Charakter in der nächsten Session sagen oder tun möchte? Und klappt das dann so, wie du es dir ausgemalt hast?

Zwischen den Runden, also gezeilt für’s nächste Abenteuer nicht. Aber gerade in einer Reflexion bzw. in der Vorfreude auf die kommenden Abenteuer überlege ich mir schon, was könnte der Charakter als größeres Ziel haben, wie beeinflusst das Geschehene seine Handlungen und Motive? Aber auch hier sind (glücklicherweise) nicht alle Ereignisse so vorhersehbar das sich die Ideen genau so umsetzen lassen. Mein Cthulhu-Charakter war z.B. eher als intelligenter Archivar mit Recherchen und tieferem Wissen ums Okkulte geplant, durch die ein oder Konfrontation liegt es jetzt aber Nahe, dass er sich jetzt eher physisch weiter stärkt… Das sind Motivationen, die zukünftige Entscheidungen beeinflussen, wie das konkret aussehen könnte plane ich aber nicht.

4. Was war die Aktion mit der längsten oder der kürzesten Vorausplanung, die du je im Spiel erlebt hast, und wie ist sie gelaufen?

In beiden Fällen handelt es sich hierbei vermutlich um Konflikte, genauer gesagt um Kämpfe. Dabei geht die Spannweite von einer minutiösen Planung der nächsten 12 Schritte aller beteiligten bis hin zu „Ach was soll’s ich schieß auf ihn.“ Ich muss ehrlich sagen, dass beides gleichermaßen nervig sein kann. Wenn die ganze Gruppe Spaß am taktieren hat ist das nett, aber 1) eine Stunde planen für ein kleines Gefecht ist nicht meine Idealvorstellung von gutem Rollenspiel und 2) geht dabei häufig Spielerwissen von Charakterwissen. In der Regel kann man solche Aktionen auch gut mit dem Zeitpunkt des Abends in verbindung bringen. Angefangen bei der epischen Planung zu Beginn des Abends bis hin zu kurzschluss Reaktionen nach dem Motto „nur noch diesen Gegner dann haben wir das Abenteuer geschafft“. Wie gesagt, beides ist auf dauer nicht zu empfehlen.

5. Hast du ein Beispiel dafür, wie in einer deiner Runden eine Vorausplanung komplett in ihr Gegenteil umgeschlagen ist?

Ins Gegenteil nicht, aber (s. 2) das viel Material nicht zum Einsatz kam. – Das andere Extrem war ein Railroad-Abenteuer, bei dem wir als Spieler die Erwartung des SL so durchkreuzt hatten, das er uns mit unsichtbaren Wänden u.ä. auf Spur halten wollte – sehr zum Missfallen aller Spieler. Zu konkrete Planungen sind häufiger ein Fluch als ein Segen.

Bonusfrage: Wie detailliert planst du deine Runden vor, was deren RL-Umfeld betrifft (also alles, was nicht direkt mit dem Spiel selbst zu tun hat)?

Das variiert stark und wirklich wichtig ist davon das Wenigste. Aber man kann auch gut zum StarWars RPG die passenden Ewok- und Mon Calamari-Kekse backen/servieren. Manche Sachen machen das Ambiente runder/einladender ohne wirklich wichtig zu sein.

Größere Vorbereitung genießen bei mir eher die Horror-Rollenspiele, da hier das Umfeld wirklich eine größere Bedeutung hat. Bei 30° in der Sonne kommt nunmal wenig Horror auf (nimm das, Resident Evil 5 :P). Hierbei achte ich schon auf einen dunklen Raum, evtl. passende Beleuchtung (spärliches Licht in rot o.ä.) und, wenn es für sich funktioniert auch passende Hintergrundmusik. Letzteres sollte ein stand-alone sein, spirch ohne dauerndes zutun die Stimmung sinnvoll unterstützen.

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest:

  • An jedem Monatsersten stellt jemand – entweder die Questgründer Greifenklaue oder Würfelheld oder ein von ihnen beauftragter Blog – dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

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