Masters of Umdaar

Dies ist der Planet Umdaar, wo Angst allgegenwärtig und Gnade selten ist. Die tyrannischen Meister regieren über die vertreuten Königreiche und hlten ihre Untertanen unwissend und voller Furcht. Du bist ein Archäonaut, ein tapferer Krieger, der die uralten Technologien aufspürt, die den Planeten aus diesm Zeitalter totaler Dunkelheit bringen kann.“

In diesem Turbo-Fate-Setting schlüpft ihr in die Rolle eines mächtigen Abtenteurers, den sogenannten Archäonauten, und durstreift das Land als starker Krieger mit einem magischen Schert, als mächtige Zauberin, als Cyborg mit einem modifiziertem Lasergeschütz im Arm oder als flinker Katzenkrieger. – Wer jetzt an Cartoon-Serien der 80er Jahre wie He-Man, Thundercats u.ä. denkt, der hat das Feeling dieser Abenteuerwelt schon verinnerlicht. Willkommen bei Dave Joria’s Masters of Umdaar.

Ungezähmte Biome und mutige Archäonauten, die Umdaar von den Meistern befreien wollen. – Artwork © Master of Umdar. Uhrwerk-Verlag.

Die Welt / das Setting

Eine Stärke von Masters of Umdaar ist die Zugänglichkeit der Welt. Kennt ihr He-Man? – Gut! Aber auch wenn nicht, ist die grundlegende Geschichte des Planeten Umdaar schnell erzählt. Vor langer Zeit kamen die Demiurgen nach Umdaar und zähmten für Jahrtausende die wilden Biome, lenkten den Verlauf der Evolution und erschuffen Mächtige Werkzeuge. Sie gingen aber ebenso unbemerkt, wie sie erschienen sind und die von ihnen geförderten Zivilisationen stürzten ins Chaos. Nach tausen Jahren Anarchie gelang es einer Gruppe von mächtigen Despoten sich an die Macht zu bringen und Nationen und Reiche auszurufen. Einige wenige Länder wiedersetzen sich aber den Meistern und tragen das Flämmchen der Freiheit weiter, sie sind die Länder des Lichts. Um die alte Ordnung wieder herzustellen und Umdaar von der Schreckensherrschaft zu befreien wagen einige mutige Abenteurer die wilden Lande (Biome genannt) auf der Suche nach mächtigen Artefakten zu durchstreifen. Die fast vergessenen Werkzeuge der Demiurgen haben die Kraft, das Schicksal von Umdaar neu zu schreiben. Genau hier fangen viele mögliche Abenteuer an.

Neue Regeln

Einen nicht unwesentlichen Teil der Setting-Regeln nimmt die knapp 24 seitige Charaktererschaffung ein und bildet damit einen weiteren Pluspunkt dieser Abenteuerwelt. An sich wählt man, wie für Fate üblich, vier Aspekte und zwei Stunts. Jeder Charakter verfügt über ein Konzept, eine Motivaton, einen persönlichen- und einen geteilten Aspekt. Das Konzept beinhaltet hierbei das sog. Biom (die „Rasse“) und die Klasse (die Turbo-Fate Methoden). Das wirklich tolle an diesem Werk ist der Aufbau und Umfang der Charakterentwicklung. Zu jedem einzelnen Schritt gibt es mehrere Tabellen, die nicht nur zufallsgenerierte Charaktere ermöglichen, sondern auch einen guten und ausführlich dargestellten Pool von möglichen Konstellationen schaffen. Angfangen bei Bioformen (Humanoid, Cyborg, Mutant, Tiermensch, …) über Mischformen verschiedener Tierarten bis hin zu möglichen Stunts (Feuergeschoss, Breitschwert, Klauen, Amphibisch,…) werden die jeweiligen Mechaniken auch mit ein paar Sätzen erklärt. Eine sinnvolle Hilfe für alle Neulinge in (Turbo-)Fate.

Tolles Artwork, Tabellen und Erklärungen. Nur ein exemplarisches Beispiel für die vielen Hilfen im Heft. – Artwork und Inhalt © Master of Umdar. Uhrwerk-Verlag.

Darüber hinaus gibt es nur eine weitere Setting-Regel, den sogenannten Cliffhanger. Ein Cliffhanger ist genau dieser Moment, wo die Türen verschlossen sind und das Wasser in den Raum einschießt, der Moment, in dem die Helden gerade Stück für Stück im Treibsand versinken,… Regeltechnisch handelt es sich um einen Austausch über 5 Runden, bei denen den Spielercharaktere drei erfolgreiche Überwinden-Aktionen gelingen müssen. Hierbei werden, je nach Art des Hindernisses, im Vorfeld verschiedene Möglichkeiten (Methode) und deren Schwierigkeiten festgelegt. Es gibt also immer einen leichten- (+1), einen weniger leichten- (+3), einen kniffligen- (+5) und einen schwierigen Weg (+7). Das Schloss eines massiven Steintors tückisch zu knacken ist beispielsweise leichter, als es kraftvoll oder tollkühn einzurennen. Leider hat mich das Vorgehen nicht wirklich überzeugt, da man sehr künstlich (man soll zunächst knifflige/schwierige Wege zulassen) Spannung erzeugen soll.

Beispiel eines Cliffhangers am Bsp. einer soliden Tür. – Bild© Master of Umdar. Uhrwerk-Verlag.

Sonstiger Umfang

Die Masters of Umdaar enthalten, wie alle anderen Abenteuerwelten auch, ein Einsteigerabenteuer. Auch hier kann Dave Joria punkten, da es einen sehr einsteigerfreundlichen Zugang zu den Regeln und Abläufen von Turbo-Fate ermöglicht. So sollen die Spieler beispielsweise direkt selber einsteigen und erzählen (Aspekte generieren): Das letzte Mal bei Masters of Umdaar. Auch hier hat man wieder einen direkten Bezug zu den Kult-Cartoons. Das Abentuer ist mit allen nötigen Informationen (Aspekten, NSCs,…) ausgestattet und kann auch ohne große Vorbereitung schnell geleitet werden. Ganz nach dem Motto der Abenteuerwelten: „mit spielbaren Abenteuern für SL die es eilig haben. Kaufe dir eines heute Nachmittag, dann kannst du es heute Abend leiten!

Den Abschluss macht ein 25 seitiger Anhang rund um das erzeugen künftiger Abenteuer. Hier werden verschiedene Charaktere und deren mögliche Werte (Meister, Schergen,…), besondere Orte und Regioen auf Umdaar, sowie Artefakte der Demiurgen und deren Einsatz vorgestellt. Das Ganze wird durch weitere Tabellen für zufällige Orte, Begegnungen und Abenteuer abgeschlossen. Auch hier finde ich den Umfang und die Hilfestellung über die Tabelle als sehr positiv, sowohl für den SL der es eilig hat, als auch den, der generell eine Quelle der Inspiration benötigt.

Das Wichtigste auf einen Blick

Titel: Masters of Umdaar

Autor: Dave Joria

Umfang: 96 Seiten, vollfarbig, Softcover

Preis: Softcover 14,95€, pdf 6,99€

Fazit

Man hat es vermutlich schon beim Lesen gemerkt – ich bin von Masters of Umdaar total begeistert. Nicht nur das es mal wieder eine tolle Abenteuerwelt für (Turbo-)Fate ist, für mich handelt es sich um den optimalen Einstieg in die Welt von Fate. Die vielen Tabellen und deren Erklärung erleichtern den Zugang zu Aspekten und Stunts und liefern zugleich einen großen Pool von Ideen. Hinzu kommt, dass die ganze Welt einem sehr vertraut vorkommt (He-Man u.a.), man aber auch genug Platz hat sich selber auszutoben… Einziger Malus ist für mich die Cliffhanger-Mechanik, die ich nicht zielführend finde, auch wenn die Grundidee nett ist. Es bleibt eine uneingeschränkte Empfehlung. Top!!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten
%d Bloggern gefällt das: